KI in der Hochschulbildung: Nordrhein-Westfalens Weg zur verantwortungsvollen Zukunft

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Die Land­schaft der Hoch­schul­bil­dung in Nord­rhein-West­fa­len durch­läuft eine tief­grei­fen­de Trans­for­ma­ti­on, ange­trie­ben durch die rasan­te Ent­wick­lung der Künst­li­chen Intel­li­genz (KI). Hoch­schu­len ste­hen vor der span­nen­den Auf­ga­be, KI nicht nur als For­schungs­ob­jekt zu begrei­fen, son­dern auch als inte­gra­les Werk­zeug in Leh­re und Ver­wal­tung zu imple­men­tie­ren und gleich­zei­tig eine ver­ant­wor­tungs­vol­le und ethi­sche Nut­zung zu gewähr­leis­ten. Pro­jek­te wie KI:edu.nrw und die weit­rei­chen­den Initia­ti­ven der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum (RUB) sind dabei zen­tra­le Akteu­re, die die­sen Wan­del maß­geb­lich gestal­ten.

KI:edu.nrw – Der Impulsgeber für KI in der Hochschulbildung

Das lan­des­ge­för­der­te Inno­va­ti­ons­pro­jekt KI:edu.nrw ist ein Para­de­bei­spiel für die Bün­de­lung von Exper­ti­se in Nord­rhein-West­fa­len. Koor­di­niert von der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum in Zusam­men­ar­beit mit der RWTH Aachen und der Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf, zielt das Pro­jekt dar­auf ab, Lear­ning Ana­ly­tics und Ansät­ze der Künst­li­chen Intel­li­genz für das Leh­ren und Ler­nen an Hoch­schu­len zu ent­wi­ckeln und zu erpro­ben. Es unter­stützt Leh­ren­de, Stu­die­ren­de und wei­te­re Hoch­schul­an­ge­hö­ri­ge in ganz NRW dabei, einen reflek­tier­ten Umgang mit gene­ra­ti­ver KI und Lern­da­ten­ana­ly­sen zu pfle­gen und trägt zur Erfül­lung der euro­päi­schen KI-Ver­ord­nung bei.

Die zwei­te För­der­pha­se von KI:edu.nrw kon­zen­triert sich auf inhalt­li­che Kon­zept­ar­beit zu gene­ra­ti­ver Künst­li­cher Intel­li­genz und Lear­ning Ana­ly­tics sowie auf die Schu­lung und Ver­net­zung im Land. Kern­fra­gen, die das Pro­jekt behan­delt, umfas­sen den sinn­vol­len Ein­satz von Lern­da­ten­ana­ly­sen, die Poten­zia­le gene­ra­ti­ver KI in Stu­di­um und Leh­re, die benö­tig­ten Kom­pe­ten­zen sowie ethi­sche Fra­ge­stel­lun­gen im Hoch­schul­kon­text. Das Pro­jekt stellt durch Fort­bil­dun­gen ein Basis­an­ge­bot zum Auf­bau von KI-Kom­pe­tenz bereit und hat ein Rechts­gut­ach­ten zur Bedeu­tung der euro­päi­schen KI-Ver­ord­nung für Hoch­schu­len ver­öf­fent­licht, um recht­li­che Ori­en­tie­rung zu bie­ten.

Die Rolle der Ruhr-Universität Bochum (RUB)

Die Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum nimmt eine füh­ren­de Posi­ti­on bei der Inte­gra­ti­on von KI in die Hoch­schul­bil­dung ein. Sie ist nicht nur Kon­sor­ti­al­füh­re­rin von KI:edu.nrw, son­dern enga­giert sich auch auf viel­fäl­ti­ge Wei­se in For­schung, Leh­re und Ver­wal­tung im Bereich der Künst­li­chen Intel­li­genz. Die RUB bie­tet ein KI-Chat-Por­tal (GPT@RUB) an und stellt umfang­rei­che Infor­ma­ti­ons- und Schu­lungs­an­ge­bo­te zur Ver­fü­gung, die Leh­ren­den und Stu­die­ren­den den kom­pe­ten­ten Umgang mit KI-Tools ermög­li­chen.

Ein beson­de­rer Fokus liegt auf der inter­dis­zi­pli­nä­ren KI-For­schung. Der For­schungs­ver­bund „INTERACT! Neue For­men der sozia­len Inter­ak­ti­on mit intel­li­gen­ten Sys­te­men“ an der RUB unter­sucht bei­spiels­wei­se, wie sich die Inter­ak­ti­on zwi­schen Men­schen und intel­li­gen­ten Sys­te­men in päd­ago­gi­schen und Arbeits­kon­tex­ten gestal­ten lässt. Dar­über hin­aus wird KI-For­schung in spe­zi­fi­schen Berei­chen wie der Bau­in­dus­trie betrie­ben, wo Bild­ver­ar­bei­tung, Plan­aus­wer­tung und Text­ana­ly­se mit­tels KI zur prä­zi­sen Objekt­lo­ka­li­sie­rung und auto­ma­ti­sier­ten Scha­dener­ken­nung ein­ge­setzt wer­den.

Das Zen­trum für Wis­sen­schafts­di­dak­tik der RUB ist zen­tra­ler Ansprech­part­ner für KI in Stu­di­um und Leh­re und koor­di­niert eine Viel­zahl von Akti­vi­tä­ten und Pro­jek­ten, die auf die Stär­kung der KI-Kom­pe­ten­zen abzie­len. Dies reicht von der Ent­wick­lung von Lear­ning Ana­ly­tics zur Ana­ly­se von Lern­pro­zes­sen bis hin zur Unter­stüt­zung bei schreib­di­dak­ti­schen Her­aus­for­de­run­gen im Zeit­al­ter gene­ra­ti­ver KI.

Ethik der Künstlichen Intelligenz und verantwortliche Entwicklung

Der ethi­sche Umgang mit KI ist ein fun­da­men­ta­ler Aspekt der Hoch­schul­bil­dung in NRW. Im Rah­men von KI:edu.nrw gibt es ein eige­nes Teil­pro­jekt „Ethik“, das sich der Bereit­stel­lung bedarfs­ge­rech­ter Res­sour­cen für ethi­sche Refle­xi­on wid­met und ein kom­pe­tenz­ba­sier­tes Ethik­kon­zept ver­folgt. Hier­bei geht es dar­um, nicht nur den poten­zi­el­len Nut­zen, son­dern auch Risi­ken und Gefah­ren von KI-Tools auf­zu­de­cken und zu adres­sie­ren.

Die Dis­kus­si­on über ver­ant­wor­tungs­vol­le KI-Ent­wick­lung ori­en­tiert sich an eta­blier­ten Prin­zi­pi­en wie Fair­ness, Zuver­läs­sig­keit, Daten­schutz, Inklu­si­on, Trans­pa­renz und Ver­ant­wort­lich­keit, wie sie bei­spiels­wei­se von Micro­soft oder dem Bun­des­ver­band Digi­ta­le Wirt­schaft (BVDW) for­mu­liert wur­den. Die­se Prin­zi­pi­en die­nen als Leit­li­ni­en, um Ver­trau­en in KI-Sys­te­me zu för­dern und sicher­zu­stel­len, dass sie zum Wohl der Gesell­schaft ein­ge­setzt wer­den. An der RUB fin­den regel­mä­ßig Ver­an­stal­tun­gen statt, die ethisch-phi­lo­so­phi­sche Über­le­gun­gen zum Ein­satz von KI kri­tisch beleuch­ten und dis­ku­tie­ren.

Die euro­päi­sche KI-Ver­ord­nung spielt eine immer grö­ße­re Rol­le und erfor­dert von den Hoch­schu­len eine Anpas­sung im Umgang mit KI. KI:edu.nrw bie­tet hier­zu FAQs und Schu­lun­gen an, um die Hoch­schu­len bei der Erfül­lung der Anfor­de­run­gen zu unter­stüt­zen.

AI Literacy und Hochschuldidaktik im Wandel

AI Liter­acy – die Fähig­keit, infor­mier­te Ent­schei­dun­gen im Umgang mit KI zu tref­fen, ohne zwangs­läu­fig tech­ni­sche Exper­tin oder Exper­te zu sein – ist ein ent­schei­den­des Quer­schnitts­the­ma inner­halb von KI:edu.nrw. Ins­be­son­de­re das Hei­ne Cen­ter for Arti­fi­ci­al Intel­li­gence and Data Sci­ence (Hei­CAD) an der Hein­rich-Hei­ne-Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf bear­bei­tet die­sen Bereich und ent­wi­ckelt Schu­lungs- und Bera­tungs­an­ge­bo­te für Leh­ren­de und Stu­die­ren­de aller NRW-Hoch­schu­len. Kur­se wie „KI für Leh­ren­de“ ver­mit­teln das nöti­ge Grund­la­gen­wis­sen, um mit aktu­el­len Ent­wick­lun­gen sou­ve­rän umzu­ge­hen und die eige­ne Leh­re zukunfts­ori­en­tiert zu gestal­ten.

Die Hoch­schul­di­dak­tik muss sich den Her­aus­for­de­run­gen stel­len, die der Ein­satz von KI mit sich bringt. Wäh­rend KI Leh­ren­de ent­las­ten kann, etwa durch die auto­ma­ti­sier­te Erstel­lung von Lehr­ma­te­ria­li­en, per­so­na­li­sier­tes Feed­back oder adap­ti­ve Lern­um­ge­bun­gen, birgt sie auch Risi­ken. Dazu gehö­ren ethi­sche Fra­ge­stel­lun­gen, der Daten­schutz, die Not­wen­dig­keit zur kri­ti­schen Hin­ter­fra­gung KI-gene­rier­ter Inhal­te und die Anpas­sung von Prü­fungs­for­ma­ten. Die Hoch­schul­di­dak­tik muss eine Wer­te­dis­kus­si­on ansto­ßen, um zu klä­ren, wel­che Funk­tio­nen Hoch­schu­len und ein Hoch­schul­stu­di­um in einer KI-gepräg­ten Welt haben sol­len und wie eine bewuss­te und ver­ant­wor­tungs­vol­le Nut­zung von KI geför­dert wer­den kann. Expe­ri­men­tel­le didak­ti­sche Kon­zep­te, wie das for­schen­de Ler­nen, eig­nen sich gut, um KI reflek­tiert und risi­ko­sen­si­bel ein­zu­set­zen.

Zukünftige KI-Berufe und die Vorbereitung darauf

Der Arbeits­markt wird sich durch KI fun­da­men­tal ver­än­dern. Es ent­ste­hen neue Berufs­fel­der, wäh­rend ande­re sich wan­deln oder poten­zi­ell ersetzt wer­den. Hoch­schu­len in NRW berei­ten Stu­die­ren­de aktiv auf die­sen Wan­del vor. Zukünf­ti­ge KI-Beru­fe umfas­sen Rol­len wie Data Ana­lyst, Data Sci­en­tist, KI-Mana­ger, KI-Ethi­ker, Robo­tics-Spe­zia­lis­ten und sogar neue krea­ti­ve Beru­fe, die KI-Tools nut­zen.

Gleich­zei­tig wird die Fähig­keit, Künst­li­che Intel­li­genz zu ver­ste­hen, zu nut­zen und selbst zu trai­nie­ren, zu einer wich­ti­gen Schlüs­sel­kom­pe­tenz für den Arbeits­markt der Zukunft. Hoch­schu­len müs­sen sicher­stel­len, dass Absol­ven­ten nicht nur fach­spe­zi­fi­sches Wis­sen, son­dern auch umfas­sen­de Digi­tal­kom­pe­ten­zen und KI-Liter­acy besit­zen, um in der digi­ta­len Welt bestehen und teil­ha­ben zu kön­nen. Das Ziel ist es, eine dif­fu­se Abnei­gung oder Angst vor KI abzu­bau­en und statt­des­sen die befä­hi­gen­de und ver­ant­wor­tungs­vol­le Nut­zung zu för­dern, um neue Chan­cen auf dem Arbeits­markt zu ergrei­fen.

Fazit

Die Hoch­schul­bil­dung in Nord­rhein-West­fa­len steht an der Schwel­le zu einer neu­en Ära, in der Künst­li­che Intel­li­genz eine zen­tra­le Rol­le spielt. Pro­jek­te wie KI:edu.nrw und die umfas­sen­den Enga­ge­ments der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum sind ent­schei­dend dafür, die­sen Wan­del aktiv und ver­ant­wor­tungs­be­wusst zu gestal­ten. Durch die För­de­rung von KI-Liter­acy, die Inte­gra­ti­on ethi­scher Prin­zi­pi­en in die KI-Ent­wick­lung und die Anpas­sung der Hoch­schul­di­dak­tik wer­den Stu­die­ren­de und Leh­ren­de befä­higt, die Poten­zia­le der KI voll aus­zu­schöp­fen. Gleich­zei­tig wird sicher­ge­stellt, dass die Her­aus­for­de­run­gen, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf Ethik, Daten­schutz und die zukünf­ti­gen Anfor­de­run­gen des Arbeits­mark­tes, pro­ak­tiv ange­gan­gen wer­den. NRW zeigt damit einen zukunfts­ori­en­tier­ten Weg auf, wie Hoch­schu­len die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on gestal­ten kön­nen, um eine Gesell­schaft zu for­men, die die Mög­lich­kei­ten der KI zum Woh­le aller nutzt.

Weiterführende Quellen

https://cls.rwth-aachen.de/cms/cls/services-und-projekte/~wrrqh/ki-edu-nrw/

https://ki-edu-nrw.ruhr-uni-bochum.de/ueber-das-projekt/phase‑2/

https://ki-edu-nrw.ruhr-uni-bochum.de/projekttagebuch-nr-1-ai-literacy/

https://www.heicad.hhu.de/news-detailansicht/ai-literacy-als-neuer-schwerpunkt

https://zfw.rub.de/ueber-uns/projekte/ki-edu-nrw/